H-Kennzeichen für Oldtimer und Motorrad: was es dafür braucht

Alt genug, im Originalzustand, gepflegt: Dann kann ein Auto ein H-Kennzeichen tragen und zahlt eine feste Steuer. Was die Prüfung verlangt, was die Zulassung kostet und wann es sich rechnet.

Das H-Kennzeichen ist das Oldtimerkennzeichen nach § 10 Absatz 1 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung: ein normales Kennzeichen mit dem Buchstaben H hinter der Erkennungsnummer. Es setzt ein Fahrzeug voraus, das nach § 2 Nummer 22 vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen ist, weitgehend dem Originalzustand entspricht, gut erhalten ist und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts dient. Das prüft ein Sachverständiger in einem Gutachten nach § 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung; dessen Preis legt die Prüforganisation fest. Mit dem Gutachten teilt die Zulassungsbehörde das Kennzeichen zu, zur Gebühr nach der Gebührenordnung, zuletzt geändert durch Art. 6 der Verordnung vom 12. August 2026; Berlin nennt als günstigsten Fall 31,80 €. Der Vorteil ist die Kfz-Steuer: nach § 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes pauschal 191,73 € im Jahr für Pkw und 46,02 € für Motorräder, unabhängig von Hubraum und Abgas. Dazu dürfen Fahrzeuge mit H-Kennzeichen in Umweltzonen fahren.

Ab wann geht ein H-Kennzeichen?

Frühestens im Jahr

2026

Alter heute30
Kfz-Steuer pauschal im Jahr191,73 €

Das Jahr zählt ab dem Tag der Erstzulassung; dazu braucht es ein Oldtimer-Gutachten.

Gebühr für den Wechsel rechnen →

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Ab wann Ihr Auto in Frage kommt

Die 30 Jahre laufen ab dem Tag der Erstzulassung, nicht ab dem Jahresbeginn. Die Tabelle zeigt, welche Jahrgänge in diesem Jahr dazukommen und welche in den nächsten Jahren folgen. Den Rechner für Ihr eigenes Fahrzeug finden Sie unter dem Zitierblock.

30 Jahre nach dem Tag der Erstzulassung (§ 2 Nr. 22 FZV); Stichtag 23. Oktober 2026
ErstzulassungH-Kennzeichen frühestensAb heute
19962026ab dem Jahrestag in diesem Jahr
19972027in 1 Jahr
19982028in 2 Jahren
19992029in 3 Jahren
20002030in 4 Jahren

Das Datum der Erstzulassung steht in Feld B der Zulassungsbescheinigung Teil I. Bei Importen zählt die erste Zulassung im Herkunftsland, die Sie mit alten Papieren belegen müssen.

Das Gutachten nach § 23 StVZO

Ein amtlich anerkannter Sachverständiger einer Prüforganisation prüft vier Punkte: das Alter, den weitgehenden Originalzustand, den guten Pflegezustand und die Einordnung als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut. Er sieht sich Karosserie, Motor, Fahrwerk und Innenraum an und vergleicht sie mit dem Auslieferungszustand und zeitgenössischen Änderungen. Oft wird das Gutachten zusammen mit der Hauptuntersuchung gemacht. Der Preis ist kein amtlicher Betrag; die Prüforganisation nennt ihn auf Anfrage.

Was die Zulassung kostet

Für die Zulassungsbehörde ist das H-Kennzeichen eine besondere Kennzeichenart, für die sie die Gebühr nach der Gebührenordnung erhebt. Neue Schilder sind nötig, weil das H dazukommt. Die Beträge je nach Fall:

GebOSt zuletzt geändert durch Art. 6 der Verordnung vom 12. August 2026; Gutachten und Schilder kommen dazu
FallGebührMit Nebenposten, ohne Schilder
Zugelassenes Auto auf H umstellen30,00 €32,60 € – 33,60 €
Umstellen mit Wunschkennzeichen40,20 €42,80 € – 43,80 €
Abgemeldeten Oldtimer mit H zulassen30,00 €34,60 € – 36,10 €
Dasselbe mit altem Fahrzeugbrief35,10 €39,70 € – 41,20 €
Berlin, günstigster Fall (abgerufen 21. Oktober 2026)31,80 €von der Stadt veröffentlicht

Viele Oldtimer haben noch einen alten Fahrzeugbrief aus der Zeit vor der Zulassungsbescheinigung Teil II. Er wird bei der Zulassung umgetauscht, was den Zuschlag von 5,10 € erklärt. Bewahren Sie den alten Brief auf; die Behörde gibt ihn entwertet zurück, und für Sammler hat er Wert.

Ab wann geht ein H-Kennzeichen?

Frühestens im Jahr

2026

Alter heute30
Kfz-Steuer pauschal im Jahr191,73 €

Das Jahr zählt ab dem Tag der Erstzulassung; dazu braucht es ein Oldtimer-Gutachten.

Gebühr für den Wechsel rechnen →

Die Steuer: fest statt nach Hubraum

Mit dem H-Kennzeichen setzt das Hauptzollamt die Kfz-Steuer nach § 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes pauschal fest: 191,73 € im Jahr für Pkw und andere Fahrzeuge, 46,02 € für Krafträder. Hubraum, Kraftstoff und Schadstoffklasse spielen keine Rolle mehr. Für einen großen Motor ohne Katalysator ist das oft ein Bruchteil der normalen Steuer, für einen kleinen Wagen mit Katalysator kann es mehr sein. Schauen Sie auf Ihren letzten Steuerbescheid, bevor Sie sich entscheiden.

Umweltzone, Saison und rote Kennzeichen

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen sind von den Fahrverboten in Umweltzonen ausgenommen und brauchen keine Feinstaubplakette. Ein H-Kennzeichen lässt sich mit einem Saisonzeitraum verbinden, dann fällt auch die Pauschalsteuer nur anteilig an. Wer mehrere Oldtimer besitzt und sie selten fährt, kann bei der Behörde ein rotes Oldtimerkennzeichen beantragen, das für Fahrten zu Veranstaltungen, Prüfungen und Werkstätten an wechselnden Fahrzeugen genutzt wird; die Voraussetzungen legt die Behörde fest.

Häufige Fehler

Erstens: das Gutachten zu früh. Vor dem Jahrestag der Erstzulassung darf die Behörde kein H-Kennzeichen zuteilen, auch mit Gutachten nicht. Zweitens: Umbauten, die erst nach der Prüfung angebaut werden; dann erlischt die Grundlage, und bei einer Kontrolle droht Ärger. Drittens: das H-Kennzeichen als Freibrief für einen schlechten Zustand. Die Hauptuntersuchung gilt unverändert. Viertens: das Wunschkennzeichen zu lang gewählt, sodass mit dem H kein Platz bleibt; prüfen Sie das vor der Reservierung. Was die gesamte Zulassung mit Ihrem Fall kostet, rechnet der Kostenrechner.

Häufige Fragen

Zählt für das H-Kennzeichen das Baujahr oder die Erstzulassung?

Die Erstzulassung, genauer der Tag, an dem das Fahrzeug erstmals in Verkehr gekommen ist. Ein Auto, das im Herbst gebaut und im Frühjahr darauf zugelassen wurde, wird also erst 30 Jahre nach diesem Frühjahr Oldtimer. Die Behörde kann im Einzelfall Zeiten anrechnen, in denen das Fahrzeug vorher außerhalb des Straßenverkehrs in Betrieb war, etwa als Werksfahrzeug; das müssen Sie belegen.

Welche Umbauten verhindern ein H-Kennzeichen?

Alles, was den zeitgenössischen Charakter verändert und nicht innerhalb der ersten Jahre nach der Erstzulassung üblich war. Moderne Felgen, Tuning neueren Datums, geänderte Innenausstattung oder sichtbarer Rost können zur Ablehnung führen. Zeitgenössisches Zubehör aus der Bauzeit ist dagegen meist erlaubt. Sicherheitsrelevante Nachrüstungen wie Gurte sind kein Hindernis. Im Zweifel fragen Sie den Prüfer vorher.

Kann ich ein H-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen verbinden?

Ja. Die Verordnung lässt das ausdrücklich zu: Der Betriebszeitraum steht dann hinter dem H. Für viele Oldtimer, die im Winter in der Garage stehen, ist das die günstigste Kombination, weil die pauschale Steuer anteilig nur für die Saison anfällt und auch die Versicherung oft weniger kostet. Die Saison muss mindestens zwei und höchstens elf Monate umfassen.

Lohnt sich das H-Kennzeichen auch für kleine Autos?

Nicht immer. Die Pauschale von 191,73 € lohnt sich vor allem bei großen Motoren, die nach Hubraum und Schadstoffklasse teuer wären. Ein kleiner Wagen kann normal versteuert günstiger sein. Dann bleibt als Vorteil die Zufahrt zu Umweltzonen und oft eine günstige Oldtimerversicherung. Vergleichen Sie Ihren aktuellen Steuerbescheid mit der Pauschale, bevor Sie das Gutachten bezahlen.

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Quellen

Verfasst von

Herausgeber eines unabhängigen Gebühren- und Fristenrechners für Kfz-Zulassung und Führerscheinumtausch, Zulassungsbezirk für Zulassungsbezirk

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